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Ernährung & Fütterung

Calcium beim BARFen: Welche Ergänzung passt wann für deinen Hund?

11. Juni 20266 Min. Lesezeit10.9k Aufrufe
Calcium beim BARFen: Welche Ergänzung passt wann für deinen Hund?
Symbolbild: KI-generiert

Beim BARFen mit gefriergetrocknetem Trockenbarf dreht sich vieles um eine ausgewogene, artgerechte Nährstoffversorgung – und Calcium spielt dabei eine entscheidende Rolle. Normalerweise liefern rohe fleischige Knochen den Großteil des benötigten Calciums in der Rohfütterung. Doch nicht jeder Hund kann oder sollte Knochen fressen. In diesem Artikel erfährst du, welche Calciumquellen es gibt, wie sie sich unterscheiden und wann du welche einsetzen solltest – damit dein Hund optimal versorgt ist.

Warum Calcium beim BARFen unverzichtbar ist

Calcium ist ein essenzieller Mineralstoff, den der Körper deines Hundes nicht selbst produzieren kann. Er ist unverzichtbar für gesunde Knochen und Zähne, eine funktionierende Muskulatur sowie die Übertragung von Nervenimpulsen. Langfristige Calciumdefizite können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen – von Knochenschwäche bis hin zu neurologischen Störungen.

Wer BARFt, setzt in der Regel auf rohe fleischige Knochen als natürliche Calciumquelle. Doch es gibt viele Situationen, in denen das nicht möglich oder nicht ratsam ist:

  • Erkrankungen wie Nierenprobleme, Pankreatitis oder chronische Magen-Darm-Beschwerden
  • Akute Magenschleimhautentzündung
  • Regelmäßiges Erbrechen nach der Knochenfütterung
  • Allergien oder Unverträglichkeiten, bei denen nur eine Tierart gefüttert werden kann, von der keine Knochen verfügbar sind
  • Selbstgekochte Fütterung – denn gegarte Knochen sind für Hunde gefährlich und dürfen niemals verfüttert werden
  • Prophylaktisch nierenschonende Fütterung bei älteren Hunden

In all diesen Fällen braucht es einen geeigneten Calciumersatz. Aber welcher ist wann der richtige? Wir stellen dir die gängigsten Optionen vor.

Fleischknochenmehl – der klassische Knochenersatz

Fleischknochenmehl ist die Calciumquelle, die der natürlichen Knochenfütterung am nächsten kommt. Es besteht aus getrockneten und gemahlenen Knochen und enthält daher dieselben Mineralstoffe wie echte Knochen – insbesondere Calcium, Phosphor und Magnesium.

Typische Werte im Fleischknochenmehl:

  • Calcium: 14–20 %
  • Phosphor: 7–9 %

Diese Werte können je nach Tierart, Hersteller und Charge variieren – als Naturprodukt unterliegt Knochenmehl natürlichen Schwankungen. Dennoch lässt es sich gut dosieren und einfach unter das Futter mischen, ob roh oder gekocht, frisch zubereitet oder als Vorrat eingefroren.

Für Welpen ist Fleischknochenmehl die erste Wahl, denn im Wachstum benötigen Hunde nicht nur Calcium, sondern auch ausreichend Phosphor und weitere Mineralstoffe – all das steckt im Knochenmehl. Auch beim Einsatz von gefriergetrocknetem Trockenbarf, wie er bei Nordic Barf erhältlich ist, kann Fleischknochenmehl als ergänzende Calciumquelle sinnvoll sein, wenn keine Knochen im Futterplan vorgesehen sind.

In folgenden Situationen sollte man jedoch auf andere Calciumquellen ausweichen:

  • Bei nierenkranken Hunden (aufgrund des Phosphorgehalts)
  • Bei Leishmaniose
  • Wenn eine strikt purinarme Ernährung erforderlich ist

Calciumcitrat – die bioverfügbare Wahl für sensible Hunde

Calciumcitrat ist eine organisch gebundene Calciumquelle und gilt als besonders gut bioverfügbar. Das bedeutet: Der Körper deines Hundes kann es sehr effizient aufnehmen und verwerten – und zwar unabhängig von der Magensäureproduktion. Das unterscheidet Calciumcitrat wesentlich von anderen Calciumformen wie Calciumcarbonat (z. B. aus Eierschalen oder Algenkalk), für deren Aufnahme eine ausreichende Magensäure notwendig ist.

Calciumcitrat enthält etwa 21 % Calcium und keinen Phosphor. Das macht es besonders interessant für Hunde, bei denen der Phosphorgehalt in der Fütterung niedrig gehalten werden muss – zum Beispiel bei Nierenerkrankungen.

Besonders geeignet ist Calciumcitrat in folgenden Situationen:

  • Bei vorangegangenen Calciumdefiziten, wenn eine gute Resorption besonders wichtig ist
  • Bei eingeschränkter Darmfunktion oder chronischen Darmerkrankungen
  • Wenn der Hund dauerhaft einen Protonenpumpenhemmer (Magenschutz-Medikament) nehmen muss
  • Bei schwacher Magensäureproduktion
  • Als Ergänzung zu Fleischknochenmehl, um den Calciumbedarf gezielt zu decken

Wichtig: Für Welpen und Hunde im Wachstum ist Calciumcitrat als alleinige Calciumquelle nicht geeignet. Da es keinen Phosphor enthält, deckt es den vollständigen Mineralstoffbedarf wachsender Hunde nicht ab. Hier bleibt Fleischknochenmehl oder die Kombination mit anderen geeigneten Quellen die bessere Wahl.

Eierschalenmehl – fein, geschmacksneutral und hochdosiert

Eierschalenmehl wird aus sehr fein pulverisierten Eierschalen hergestellt und ist eine der bekanntesten natürlichen Calciumquellen für Hunde. Mit einem Calciumgehalt von rund 38 % ist es deutlich konzentrierter als Fleischknochenmehl – das bedeutet, du brauchst weniger davon, um den Tagesbedarf deines Hundes zu decken.

Der Phosphorgehalt ist mit etwa 1 % sehr gering. Das Calcium liegt in Form von Calciumcarbonat vor, das zur Aufnahme auf ausreichend Magensäure angewiesen ist.

Typische Einsatzgebiete für Eierschalenmehl:

  • Als Ergänzung zu Fleischknochenmehl, wenn der Calciumbedarf nicht allein damit gedeckt werden kann
  • Wenn der Hund empfindlich auf größere Mengen Pulver im Futter reagiert – dank des hohen Calciumgehalts reicht eine kleinere Menge
  • Bei Hunden oder Katzen, die den Geschmack von Fleischknochenmehl ablehnen – Eierschalenmehl ist nahezu geschmacksneutral

Vorsicht: Hunde, die nachweislich zu wenig Magensäure produzieren, sollten kein Eierschalenmehl erhalten, da das enthaltene Calciumcarbonat dann nicht ausreichend aufgenommen werden kann. Auch als alleinige Calciumquelle für Welpen ist Eierschalenmehl nicht ideal, da der fehlende Phosphoranteil das Mineralstoffverhältnis aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Algenkalk – eine natürliche Alternative mit Besonderheiten

Algenkalk wird aus den kalkhaltigen Ablagerungen der Rotalge Lithothamnium calcareum gewonnen und ist eine weitere natürliche Calciumquelle. In der Zusammensetzung ähnelt er dem Eierschalenmehl, weist jedoch einige Unterschiede auf:

  • Calcium: ca. 32–34 %
  • Phosphor: ca. 0,1 %
  • Magnesium: ca. 5–7 % (je nach Charge und Anbieter)
  • Jod: ca. 20 mcg/g

Der höhere Magnesiumgehalt macht Algenkalk für Hunde mit Neigung zu Struvitsteinen weniger geeignet – hier sollte man auf andere Quellen zurückgreifen. Der natürliche Jodgehalt muss zudem bei Schilddrüsenerkrankungen berücksichtigt werden.

Auch das Calcium im Algenkalk liegt als Calciumcarbonat vor – damit gelten dieselben Einschränkungen wie beim Eierschalenmehl: Bei unzureichender Magensäureproduktion oder dauerhafter Einnahme von Magenschutzmedikamenten ist Algenkalk keine gute Wahl.

Algenkalk eignet sich in erster Linie als eigenständige Calciumquelle, nicht als Ergänzung zu Fleischknochenmehl, da der bereits im Knochenmehl enthaltene Magnesiumanteil in Kombination zu hoch werden könnte. In seltenen Fällen – etwa bei Hunden mit starken Allergien und Unverträglichkeiten, die keine andere Calciumquelle vertragen – kann Algenkalk jedoch die einzige verträgliche Option sein.

Gefriergetrockneter Trockenbarf und Calcium – was du wissen solltest

Bei Nordic Barf setzen wir auf gefriergetrockneten Trockenbarf in höchster Qualität. Unsere Produkte bestehen aus sortenreinen, schonend verarbeiteten Zutaten – von Rindfleisch über Lammfleisch bis hin zu Hühnerfleisch, Kaninchenfleisch oder Lachsfilet. Wer mit diesen Produkten einen vollwertigen BARF-Plan zusammenstellt, sollte die Calciumversorgung gezielt berücksichtigen.

Unsere Barf Komplett Taler (mit Rindfleisch, Rinderpansen und Rinderinnereien) sowie die Lamm Mix Taler (mit Lammfleisch, Lammpansen und Lammknorpel) enthalten bereits Knorpel und Innereien, die zur Mineralstoffversorgung beitragen. Dennoch solltest du – je nach individueller Zusammenstellung deines Futterplans – prüfen, ob eine zusätzliche Calciumergänzung sinnvoll ist.

Besonders wenn du ausschließlich Muskelfleisch-Produkte wie Pferdefleisch, Straußenfleisch, Ziegenfleisch oder Wildfleisch verwendest und keine Knochen im Plan vorgesehen sind, ist eine gezielte Calciumergänzung essenziell.

Übersicht: Welcher Calciumzusatz wann?

  • Fleischknochenmehl: Erste Wahl für gesunde erwachsene Hunde und Welpen; bester Knochenersatz; nicht bei Nierenerkrankungen oder Purinproblemen
  • Calciumcitrat: Bei Darmproblemen, Magensäuremangel, Magenschutzmedikamenten oder phosphorarmer Ernährung; nicht als alleinige Quelle für Welpen
  • Eierschalenmehl: Ideale Ergänzung zu Knochenmehl; geschmacksneutral; nicht bei Magensäuremangel oder als alleinige Quelle für Welpen
  • Algenkalk: Alternative bei Allergien und Unverträglichkeiten; nicht bei Struvitsteinneigung, Schilddrüsenproblemen oder als Ergänzung zu Knochenmehl

Fazit: Calcium ist nicht gleich Calcium

Wer seinen Hund barft oder selbst kocht, kommt um das Thema Calcium nicht herum. Die gute Nachricht: Es gibt für nahezu jede Situation eine passende Lösung. Entscheidend ist, die Eigenschaften der einzelnen Calciumquellen zu kennen – und die individuelle Situation deines Hundes zu berücksichtigen.

Im Zweifel lohnt sich immer eine Rücksprache mit einer erfahrenen Tierärztin oder einem erfahrenen Tierernährungsberater, insbesondere wenn dein Hund an einer Erkrankung leidet oder sich im Wachstum befindet. Denn eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung ist die Grundlage für ein langes, gesundes Hundeleben – und das ist es, wofür Nordic Barf steht.

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