Standardversand ab 49 € gratis | Regional bei unseren Partnern hergestellt

Nordic Barf
Gesundheit & Wohlbefinden

Kotfressen beim Hund: Ursachen, Risiken & was wirklich hilft

27. Mai 20268 Min. Lesezeit11.7k Aufrufe
Kotfressen beim Hund: Ursachen, Risiken & was wirklich hilft
Symbolbild: KI-generiert

Koprophagie beim Hund – wenn dein Vierbeiner Kot frisst

Es gehört sicher zu den unangenehmsten Angewohnheiten, die ein Hund haben kann: Er frisst Kot. Ob Pferdeäpfel auf dem Reitplatz, Katzenkot aus der Hauskatzen-Toilette oder sogar den eigenen Kot – für uns Menschen ist das schlicht widerlich. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist Kotfressen, fachsprachlich auch Koprophagie genannt, ein Zeichen von Krankheit, ein Überbleibsel aus der Wildnis oder einfach eine schlechte Angewohnheit? In diesem Artikel gehen wir der Sache auf den Grund und zeigen dir, welche Maßnahmen du ergreifen kannst – auch im Zusammenhang mit einer artgerechten Ernährung wie dem BARFen.

Koprophagie: Ein Reliktverhalten aus der Wildnis

Zunächst die beruhigende Nachricht: Kotfressen ist bei Hunden grundsätzlich kein automatisches Zeichen für eine Erkrankung. Wölfe, die Vorfahren unserer Haushunde, haben in der freien Natur regelmäßig Kot anderer Tiere gefressen. Das ist evolutionär bedingt und gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire von Caniden. Insbesondere das Fressen von Pflanzenfresserkot – also etwa Pferdeäpfeln, Schafskötteln oder Rehkot – wird häufig beobachtet, ohne dass ein gesundheitliches Problem dahintersteckt. Der Hund verhält sich schlicht so, wie es seinem Instinkt entspricht.

Anders sieht es aus, wenn ein Hund regelmäßig den Kot von Fleischfressern frisst – und ganz besonders dann, wenn er den eigenen Kot verzehrt. In diesen Fällen lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn hier können durchaus gesundheitliche Ursachen eine Rolle spielen.

Mögliche gesundheitliche Ursachen für Kotfressen

1. Enzymmangel und gestörte Verdauung

Eine der häufigsten medizinischen Ursachen für Koprophagie ist ein Mangel an Verdauungsenzymen. Die Bauchspeicheldrüse ist dafür verantwortlich, Enzyme zu produzieren, die im Dünndarm Fette, Proteine und Kohlenhydrate aufspalten. Kann sie diese Aufgabe nicht mehr vollständig erfüllen – etwa bei einer sogenannten exokrinen Pankreasinsuffizienz – werden Nährstoffe nicht mehr optimal verwertet.

Ein weiterer Faktor ist das Hormon Cholecystokinin (CCK). Es wird im Dünndarm gebildet und gibt der Bauchspeicheldrüse das Signal, mehr Enzyme auszuschütten. Fehlt CCK oder wird es in zu geringen Mengen produziert – zum Beispiel weil die Darmschleimhaut beschädigt ist – entsteht ein gefährlicher Teufelskreis: Zu wenig Enzyme führen zu weniger Spaltprodukten im Darm, was wiederum die CCK-Ausschüttung hemmt, was erneut zu einem Enzymmangel führt.

Der Hund sucht in diesem Fall aktiv nach Enzymen in fremdem Kot – eine Art Selbstmedikation, die man auch als Zoopharmakognosie bezeichnet. Im Kot von anderen Fleischfressern wie Hunden oder Katzen befinden sich Enzyme und Bakterien, die für Fleischfresser besonders relevant sind. Das erklärt, warum Hunde in solchen Fällen bevorzugt Hunde- oder Katzenkot fressen.

2. Dysbiose – das Gleichgewicht der Darmflora ist gestört

Ein gesundes Mikrobiom ist für Hunde genauso wichtig wie für Menschen. Wenn das Gleichgewicht der Darmbakterien kippt – man spricht dann von einer Dysbiose – kann das weitreichende Folgen für die Verdauung haben. Darmflora-Bakterien produzieren ebenfalls Enzyme, die im Dickdarm Nährstoffe aufspalten. Fehlen diese Bakterien oder überwiegen ungünstige Stämme, verliert der Hund die Fähigkeit, bestimmte Nahrungsbestandteile effizient zu verwerten.

Auch hier greift der Instinkt: Der Hund versucht, fehlende Bakterienstämme durch die Aufnahme von fremdem Kot zu ergänzen. Besonders nach der Umstellung auf BARF kann es vorübergehend zu Dysbiosen kommen, da sich das Mikrobiom an die neue, vollkommen anders zusammengesetzte Nahrung anpassen muss. Dies kann einige Wochen in Anspruch nehmen.

3. Darmparasiten

Ein Befall mit Darmparasiten kann ebenfalls Kotfressen auslösen. Parasiten schädigen einerseits die Darmwand und beeinträchtigen so die Nährstoffaufnahme, andererseits verbrauchen sie selbst Nährstoffe aus dem Verdauungstrakt des Hundes. In diesem Fall kann tatsächlich eine Art Mangelzustand entstehen, auf den der Hund mit Koprophagie reagiert.

4. Langeweile, Stress und Verhaltensprobleme

Nicht immer steckt eine körperliche Ursache hinter dem Kotfressen. Hunde, die sich langweilen, zu wenig Beschäftigung haben oder unter Stress leiden – zum Beispiel in Mehrhundehaushalten mit unklaren Rangverhältnissen – können Koprophagie als Verhaltensstörung entwickeln. In diesen Fällen ist die Wurzel des Problems psychischer Natur und erfordert andere Maßnahmen als bei physiologischen Ursachen.

Was kann man gegen Kotfressen tun?

Schritt 1: Ursache identifizieren

Der erste und wichtigste Schritt ist die Ursachenforschung. Beobachte genau, welchen Kot dein Hund frisst, wie häufig es vorkommt und ob das Verhalten in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Ernährungsumstellung, einem Stressereignis oder anderen Veränderungen steht. Ein Besuch beim Tierarzt ist ratsam, um Parasiten, Pankreasinsuffizienz oder andere medizinische Ursachen auszuschließen.

Schritt 2: Verdauungsenzyme gezielt einsetzen

Liegt ein Enzymmangel vor, kann die Gabe von Verdauungsenzymen – insbesondere solchen mit Lipase und Proteasen – sehr hilfreich sein. Die Dosierung sollte dabei auf das Körpergewicht des Hundes abgestimmt sein. In vielen Fällen reicht eine kurweise Gabe über ein bis drei Monate aus, um den beschriebenen Teufelskreis zu durchbrechen. Bei einer nachgewiesenen Pankreasinsuffizienz ist eine dauerhafte Enzymergänzung notwendig.

Wichtig zu wissen: Die externe Zufuhr von Enzymen schadet der Bauchspeicheldrüse nicht. Im Gegenteil – Enzyme aus tierischem Bauchspeicheldrüsengewebe sind ohnehin Bestandteil einer naturnahen, artgerechten Ernährung. Wer seinen Hund BARF-gerecht ernährt und dabei auf Innereien wie Pansen, Leber, Nieren oder Lunge setzt, unterstützt bereits die natürliche Enzyme-Aufnahme über die Nahrung.

Schritt 3: Darmflora mit Synbiotika aufbauen

Wenn Enzymmangel allein nicht das Problem ist oder zusätzlich eine Dysbiose vorliegt, bietet sich die Gabe eines hochwertigen Synbiotikums an – also einer Kombination aus Pro- und Präbiotika. Dieser Ansatz sollte über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen verfolgt werden. Achte dabei auf Produkte mit einer hohen Anzahl koloniebildender Einheiten (kBE) – mindestens vier Milliarden pro Gabe – und möglichst vielen verschiedenen Bakterienstämmen.

Schritt 4: Ernährung überprüfen und optimieren

Eine artgerechte Ernährung ist die Basis für eine gesunde Verdauung. Hunde, die hochwertig ernährt werden, zeigen oft weniger Verdauungsprobleme und damit auch weniger Neigung zur Koprophagie. Beim BARFen mit gefriergetrocknetem Trockenbarf profitierst du von einem besonders schonenden Verfahren, das Nährstoffe, natürliche Enzyme und Vitamine weitgehend erhält. Im Gegensatz zu stark verarbeiteten Fertigfuttern enthält Trockenbarf keine künstlichen Lockstoffe, keine Farbstoffe und keine Füllstoffe – und damit auch weniger Anreize für Hunde, in fremdem Kot nach bestimmten Duftstoffen zu suchen.

Innereien spielen dabei eine besondere Rolle: Rinderpansen, Rinderleber, Rindernieren, Hühnermägen und Pferdelunge liefern nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern auch natürliche Enzyme, die die Verdauung unterstützen. Eine ausgewogene BARF-Ration, die Muskelfleisch, Innereien und Knorpel kombiniert, kommt der natürlichen Beutemahlzeit eines Hundes am nächsten und fördert eine gesunde Darmflora.

Schritt 5: Bei Verhaltensproblemen – Training und Beschäftigung

Ist die Ursache nicht körperlich, sondern verhaltensbedingt, hilft nur eines: konsequentes Verhaltenstraining in Kombination mit ausreichend Beschäftigung und Auslastung. Hunde, die körperlich und geistig gefordert werden, suchen weniger nach sonderbaren Beschäftigungen. Auch Stressquellen im Alltag sollten identifiziert und soweit möglich reduziert werden.

Ist Kotfressen gefährlich für den Hund?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Das Fressen von Pflanzenfresserkot ist für die meisten Hunde in der Regel harmlos, da die im Kot enthaltenen Parasiten für Hunde häufig die falschen Wirte sind und keine Infektion auslösen. Dennoch gibt es eine wichtige Ausnahme: Hunde mit einem MDR-1-Defekt (einem genetischen Defekt im P-Glykoprotein-System) sollten unbedingt davon abgehalten werden, Pflanzenfresserkot zu fressen. Zu den häufig betroffenen Rassen gehören unter anderem Collies, Border Collies, Australian Shepherds, Bobtails und Shetland Sheepdogs. Der Grund: Weidetiere werden regelmäßig mit Wurmmitteln behandelt, deren Wirkstoffe im Kot verbleiben können. Hunde mit MDR-1-Defekt können diese Substanzen nicht ausreichend aus dem Gehirn transportieren, was zu ernsten neurologischen Problemen bis hin zum Tod führen kann. Über einen Gentest beim Tierarzt lässt sich klären, ob das eigene Tier betroffen ist.

Das Fressen von Hunde- oder Katzenkot birgt ein höheres Infektionsrisiko, da hier Parasiten übertragen werden können, die für Hunde tatsächlich infektiöse Wirte sind. Außerdem sollten Hundebesitzer in Haushalten mit Kleinkindern besonders aufmerksam sein: Ein Hund, der Kot gefressen hat und danach das Gesicht eines Kindes ableckt, kann Keime übertragen.

Kotfressen nach der Umstellung auf BARF

Viele Hundebesitzer beobachten, dass Koprophagie genau dann auftritt, wenn sie ihren Hund auf BARF umstellen. Das ist kein Zufall. Der Körper muss sich auf eine vollkommen neue Ernährungsweise einstellen – die Zusammensetzung des Mikrobioms verändert sich, die Enzymproduktion passt sich an, der gesamte Verdauungstrakt arbeitet anders als zuvor. Diese Umstellungsphase kann bei manchen Hunden länger dauern und vorübergehend zu den genannten Ungleichgewichten führen.

In solchen Fällen empfehlen wir, die Umstellung langsam und schrittweise vorzunehmen, gleichzeitig die Darmflora mit einem hochwertigen Synbiotikum zu unterstützen und bei Bedarf kurweise Verdauungsenzyme einzusetzen. Nach einigen Wochen sollte sich das Kotfressen von selbst legen, sobald der Körper sich an die neue Ernährung gewöhnt hat.

Fazit: Kotfressen verstehen, Ursachen angehen

Koprophagie beim Hund ist kein Randphänomen und in den meisten Fällen auch kein Grund zur Panik – aber ein deutlicher Hinweis, den du ernst nehmen solltest. Ob es sich um harmloses Instinktverhalten, einen Enzymmangel, eine Dysbiose oder ein Verhaltensproblem handelt, lässt sich mit ein bisschen Beobachtung und gegebenenfalls tierärztlicher Unterstützung herausfinden. Und die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich das Problem mit den richtigen Maßnahmen in den Griff bekommen – oft schneller als erwartet.

Eine artgerechte, hochwertige Ernährung ist dabei immer die beste Grundlage. Gefriergetrocknetes Trockenbarf von Nordic Barf liefert deinem Hund nicht nur die Nährstoffe, die er wirklich braucht – es unterstützt auch eine gesunde Verdauung und eine stabile Darmflora, die viele Probleme gar nicht erst entstehen lässt.

Im Artikel erwähnte Produkte

Sieh dir Zutaten, Futterart und Fütterungshinweise direkt beim Produkt an.

Artikel teilen: