Innereien beim BARF: Warum sie unverzichtbar sind und wie du sie richtig einsetzt

Viele BARF-Pläne im Internet haben eine auffällige Gemeinsamkeit: Innereien tauchen entweder gar nicht oder nur in homöopathischen Mengen auf. Manche Hundebesitzer schreckt der intensive Geruch oder die glibberige Konsistenz ab. Andere halten Innereien irrtümlicherweise für minderwertige Nahrungsreste, die nicht in eine hochwertige Hundeernährung passen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Innereien gehören zu den nährstoffreichsten Zutaten, die du deinem Hund geben kannst – und ein durchdachter BARF-Plan kommt ohne sie schlicht nicht aus.
In diesem Artikel erfährst du, welche Innereien besonders wertvoll sind, warum der Anteil im Futterplan stimmen muss, wie du mit gefriergetrocknetem Trockenbarf von Nordic Barf die Fütterung einfach und komfortabel gestalten kannst – und was zu tun ist, wenn dein Hund partout keine Innereien fressen möchte.
Was zählt eigentlich zu den Innereien?
Bevor wir in die Details gehen, klären wir kurz die Begrifflichkeit. Zu den klassischen Innereien zählen:
- Leber (z. B. Rinderleber, Kaninchenleber, Ziegenleber)
- Nieren (z. B. Rindernieren)
- Milz (z. B. Rindermilz)
- Lunge (z. B. Rinderlunge, Pferdelunge)
- Herz (z. B. Rinderherz, Pferdeherz, Hühnerherzen)
Das Herz nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Es ist anatomisch gesehen ein inneres Organ, wird in der BARF-Ernährung jedoch häufig dem Muskelfleisch zugeordnet – und das aus gutem Grund, wie wir gleich sehen werden. Organe wie Magen oder Pansen hingegen werden in der Regel ebenfalls zu den Innereien gezählt, liefern aber ein anderes Nährstoffprofil und werden deshalb separat betrachtet.
Warum sind Innereien beim BARF so unverzichtbar?
Das Grundprinzip von BARF orientiert sich am Beutetierprinzip: Der Hund erhält eine Nahrung, die in ihrer Zusammensetzung möglichst dem entspricht, was ein Wildtier fressen würde. Und in einem Beutetier machen Innereien rund 15 Prozent des tierischen Anteils aus. Diese Zahl ist kein Zufall – sie spiegelt wider, wie die Natur die Nährstoffversorgung von Fleischfressern organisiert hat.
Wölfe, die engsten Verwandten unserer Haushunde, fressen bei frisch erlegter Beute die Innereien bezeichnenderweise als Erstes. Instinktiv wählen sie die nährstoffreichsten Teile aus. Das sollte uns als Hundebesitzer zu denken geben.
Schaut man sich die Nährwertprofile von Innereien im Vergleich zu normalem Muskelfleisch an, wird schnell klar, warum: Innereien liefern eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralstoffen in deutlich höheren Konzentrationen als Muskelfleisch. Dazu gehören unter anderem:
- Eisen und Kupfer (besonders in Leber und Milz)
- Selen (besonders in Niere)
- Vitamin A (in enormen Mengen in der Leber)
- Vitamin B2, B12, Pantothensäure, Biotin und Folsäure
- Natrium, Kalium, Mangan und Jod
Muskelfleisch allein – so hochwertig es auch sein mag – kann diese Nährstoffe nicht in ausreichender Menge liefern. Ein BARF-Plan ohne Innereien führt früher oder später zu Nährstoffmängeln, die sich langfristig auf die Gesundheit deines Hundes auswirken können.
Nicht alle Innereien sind gleich – auf die Auswahl kommt es an
Ein weit verbreiteter Fehler beim BARF ist die Annahme, dass Innereien gleich Innereien sind. Tatsächlich unterscheiden sich Leber, Niere, Milz, Lunge und Herz in ihrem Nährstoffgehalt erheblich – und das hat direkte Konsequenzen für die Zusammenstellung des Futterplans.
Leber – die Königin der Innereien
Die Leber ist das nährstoffreichste Organ überhaupt. Insbesondere ihr Vitamin-A-Gehalt ist beeindruckend: Rinderleber enthält rund 15.300 Mikrogramm Vitamin A pro 100 Gramm – das ist das fast 750-fache des Wertes von normalem Rindfleisch. Dazu kommen außerordentlich hohe Mengen an Vitamin B12, Folsäure, Biotin, Kupfer und Eisen. Die Leber sollte etwa 30 bis 40 Prozent des gesamten Innereienanteils ausmachen – also ungefähr 5 bis 6 Prozent des gesamten tierischen Futteranteils.
Bei Nordic Barf findest du verschiedene Lebersorten als gefriergetrockneten Trockenbarf, darunter Rinderleber, Kaninchenleber und Ziegenleber. Die Vielfalt ist dabei kein Luxus, sondern ernährungsphysiologisch sinnvoll, da unterschiedliche Tierarten leicht variierende Nährstoffprofile mitbringen.
Niere – der Selen-Champion
Was die Niere auszeichnet, ist vor allem ihr außergewöhnlich hoher Selengehalt: Mit rund 112 Mikrogramm pro 100 Gramm liegt die Rinderniere weit über allen anderen Innereien. Selen ist ein essentielles Spurenelement, das als Antioxidans wirkt und für ein funktionierendes Immunsystem unerlässlich ist. Zusätzlich liefert die Niere relevante Mengen an Vitamin B2, B12, Biotin und Folsäure.
Milz – unterschätzt und übersehen
Die Milz führt in vielen BARF-Plänen ein Schattendasein, obwohl sie bemerkenswerte Mengen an Eisen (44 mg pro 100 g – das ist mehr als doppelt so viel wie die Leber!), Kalium und Jod liefert. Gerade für Hunde, die zu Eisenmangel neigen, ist die Milz ein wertvoller Bestandteil des Futterplans. Rindermilz ist eines der Produkte im Nordic Barf Sortiment, das du regelmäßig einsetzen solltest.
Lunge – nützlich, aber nicht die erste Wahl
Die Lunge liefert zwar einige Nährstoffe, ist insgesamt aber weniger nährstoffdicht als Leber, Niere oder Milz. Ihr Vorteil liegt in der Regel darin, dass viele Hunde sie gut akzeptieren und sie gut verträglich ist. Als ergänzende Innereie ist sie durchaus sinnvoll – als Hauptquelle für Innereiennährstoffe reicht sie jedoch nicht aus. Nordic Barf bietet sowohl Rinderlunge als auch Pferdelunge im gefriergetrockneten Sortiment an.
Herz – eher Muskel als Innereie
Das Herz ist, wie eingangs erwähnt, ein Muskel – und sein Nährstoffprofil spiegelt das wider. Es unterscheidet sich nur wenig von normalem Muskelfleisch und kann daher nicht dieselbe Rolle spielen wie Leber, Niere oder Milz. Trotzdem ist es eine wertvolle Ergänzung im Futterplan, sollte aber nicht auf Kosten der nährstoffreicheren Innereien gefüttert werden. Im Beutetier macht das Herz nur etwa 0,5 bis 1 Prozent der Gesamtmasse aus – das sollte als Orientierung dienen. Nordic Barf bietet Rinderherz, Pferdeherz und Hühnerherzen an.
Die optimale Aufteilung der Innereien
Orientiert man sich am Beutetierprinzip, ergibt sich folgende Faustregel für die Zusammensetzung des Innereienanteils:
- 30–40 % des Innereienanteils: Leber (verschiedene Tierarten rotieren)
- Rest (60–70 %): gleichmäßig aufgeteilt auf Niere, Milz, Lunge und Herz
Fertige Innereien-Mixe aus dem Handel enthalten häufig überwiegend Lunge und Herz – also genau die Sorten, die nährstoffmäßig am wenigsten hergeben. Achte beim Kauf darauf, was tatsächlich enthalten ist, und greife lieber auf einzelne Sorten zurück, die du gezielt kombinieren kannst. Das gefriergetrocknete Sortiment von Nordic Barf macht genau das möglich.
Sind Innereien wirklich unbedenklich? Zum Mythos der „Entgiftungsorgane
Im Artikel erwähnte Produkte
Die passenden Trockenbarf-Sorten zu diesem Beitrag.
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