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Öle & Fette beim Trockenbarf: Warum Fettsäuren für Hunde unverzichtbar sind

10. Mai 20267 Min. Lesezeit5.1k Aufrufe
Öle & Fette beim Trockenbarf: Warum Fettsäuren für Hunde unverzichtbar sind

Wer seinen Hund mit gefriergetrocknetem BARF ernährt, denkt in erster Linie an hochwertiges Fleisch, Innereien und Knochen. Doch eine vollwertige und artgerechte Ernährung umfasst mehr als das. Öle und Fette gehören zu den wichtigsten Ergänzungen im BARF-Plan – und das nicht ohne Grund. Sie liefern lebenswichtige Fettsäuren, fettlösliche Vitamine und unterstützen zahlreiche Körperfunktionen, die über das bloße Überleben hinausgehen.

In diesem Artikel erklären wir dir, warum Fette und Öle beim Barfen so eine zentrale Rolle spielen, welche du verwenden solltest und worauf du bei der Dosierung achten musst – ganz im Sinne einer gesunden, ganzheitlichen Hundeernährung.

Warum braucht ein Hund überhaupt Öle und Fette?

Der Hund ist ein Fleischfresser – das stimmt. Aber kein Fleischfresser ernährt sich in der Natur ausschließlich von reinem Muskelgewebe. Wölfe und andere wildlebende Caniden fressen ihre Beute vollständig: Knochen, Fell, Innereien und auch den Mageninhalt. In diesem Mageninhalt finden sich häufig pflanzliche Bestandteile sowie verschiedene Fettsäurenprofile, die sich erheblich von denen aus modernen Nutztieren unterscheiden.

Genau hier liegt das Problem: Haustierfleisch und Nutztierprodukte enthalten einen starken Überschuss an Omega-6-Fettsäuren, während Omega-3-Fettsäuren oft viel zu kurz kommen. Dieses Ungleichgewicht kann langfristig Entzündungsprozesse im Körper fördern, das Immunsystem schwächen und den Zellstoffwechsel belasten. Hochwertige Öle und Fette helfen dabei, diese Balance wiederherzustellen.

Die wichtigsten Fettsäuren für Hunde im Überblick

Nicht alle Fette sind gleich. Für Hunde sind vor allem ungesättigte Fettsäuren von Bedeutung, da der Körper bestimmte davon nicht selbst herstellen kann – man nennt sie deshalb essentielle Fettsäuren.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren zählen zu den wertvollsten Nährstoffen für Hunde. Sie wirken entzündungshemmend, fördern die Herzgesundheit, unterstützen das Gehirn und die Sehfähigkeit und sorgen für ein glänzendes, gesundes Fell. Besonders wichtig sind die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die vor allem in Fischölen wie Lachsöl oder Dorschlebertran vorkommen.

Omega-6-Fettsäuren

Omega-6-Fettsäuren sind ebenfalls essentiell, kommen jedoch durch das Fleisch in der BARF-Ernährung bereits in ausreichender Menge vor. Ein weiterer Überschuss sollte daher vermieden werden. Öle mit einem sehr hohen Omega-6-Anteil – wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl – sind deshalb für die Rohfütterung weniger geeignet.

Omega-9-Fettsäuren

Omega-9-Fettsäuren wie die Ölsäure können vom Körper selbst gebildet werden, sind aber dennoch wertvoll. Sie kommen zum Beispiel in Olivenöl vor und unterstützen die Herzgesundheit sowie den Zellstoffwechsel.

Linolsäure und Alpha-Linolensäure

Diese beiden Fettsäuren kommen fast ausschließlich in pflanzlichen Ölen vor und müssen daher über die Nahrung zugeführt werden. Sie beeinflussen das Immunsystem, die Hautgesundheit, das Sehvermögen und das Nervensystem – und sind damit unverzichtbar für jeden ausgewogenen BARF-Plan.

Welche Öle eignen sich für die BARF-Ergänzung?

Die gute Nachricht: Die Auswahl an geeigneten Ölen für Hunde ist groß. Die schlechte Nachricht: Nicht alles, was gut klingt, ist auch wirklich empfehlenswert. Hier ist ein Überblick über die besten Optionen:

Lachsöl – der Klassiker unter den BARF-Ölen

Lachsöl ist wohl das bekannteste und am häufigsten eingesetzte Öl in der Hundeernährung – und das zu Recht. Es liefert große Mengen an EPA und DHA, den besonders wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und Herz, Gehirn und Gelenke unterstützen. Für Hunde, die keinen ganzen Fisch mögen oder vertragen, ist Lachsöl eine hervorragende Alternative. Tipp: Wer seinen Hund mit gefriergetrocknetem Fisch wie Lachsfilet oder Sprotten versorgt, kann auf eine zusätzliche Ölgabe unter Umständen teilweise verzichten – sollte aber den Gesamtbedarf im Blick behalten.

Dorschlebertran – reich an fettlöslichen Vitaminen

Dorschlebertran ist nicht nur reich an Omega-3-Fettsäuren, sondern enthält auch die fettlöslichen Vitamine A und D in natürlicher Form. Gerade in den Wintermonaten, wenn Hunde weniger Sonnenlicht abbekommen, kann Dorschlebertran sinnvoll sein. Wichtig: Die Dosierung sollte hier besonders sorgfältig erfolgen, da ein Überschuss an Vitamin A und D schädlich sein kann.

Hanföl – ausgewogenes Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6

Hanföl zeichnet sich durch ein besonders ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren aus und enthält zudem Gamma-Linolensäure (GLA), die entzündungshemmend wirkt. Es ist gut verträglich und eignet sich hervorragend für Hunde mit empfindlicher Haut oder Allergieneigung.

Leinöl – pflanzlicher Omega-3-Lieferant

Leinöl hat den höchsten Gehalt an Alpha-Linolensäure (ALA) aller pflanzlichen Öle. Allerdings muss ALA im Körper erst in die aktiveren Formen EPA und DHA umgewandelt werden – ein Prozess, der beim Hund nur eingeschränkt funktioniert. Leinöl ist daher als Ergänzung sinnvoll, kann Lachsöl aber nicht vollständig ersetzen.

Olivenöl – mild und antioxidativ

Kaltgepresstes Olivenöl liefert vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren und enthält natürliche Antioxidantien. Es ist gut verträglich, hat einen milden Geschmack und kann die Verdauung fördern. Für Hunde mit empfindlichem Magen eine gute Wahl.

Welche Öle sollte ich beim Barfen vermeiden?

  • Sonnenblumenöl: Sehr hoher Omega-6-Anteil, verschlechtert das Fettsäurenverhältnis zusätzlich. Zudem wird ein möglicher Zusammenhang mit der Begünstigung von Krebswachstum diskutiert.
  • Rapsöl: Günstig und verbreitet, aber zu reich an Omega-6-Fettsäuren für die BARF-Ergänzung.
  • Kokosnussöl: Enthält vor allem gesättigte Fettsäuren und ist daher kein geeigneter Lieferant essentieller Fettsäuren. In kleinen Mengen als Gelegenheitssnack akzeptabel, aber nicht als Öl-Supplement.
  • Erhitzte oder raffinierte Öle: Beim Erhitzen verlieren Öle einen Großteil ihrer wertvollen Fettsäuren und können oxidieren. Für BARF immer kaltgepresste Öle verwenden.

Wie dosiere ich Öle und Fette richtig?

Mehr ist beim Thema Öl definitiv nicht mehr. Zu viel Fett kann die Bauchspeicheldrüse belasten, zu Durchfall führen und im schlimmsten Fall eine Pankreatitis auslösen. Die Faustregel lautet: Mit kleinen Mengen beginnen und langsam steigern.

Als grobe Orientierung gilt:

  • Kleine Hunde (bis 10 kg): ca. ½ Teelöffel Öl pro Tag
  • Mittlere Hunde (10–25 kg): ca. 1 Teelöffel Öl pro Tag
  • Große Hunde (über 25 kg): ca. 1–2 Teelöffel Öl pro Tag

Diese Mengen variieren je nach Art des Öls, dem Fettgehalt des restlichen Futters und dem individuellen Hund. Bei Unsicherheit lohnt sich immer ein Gespräch mit einem erfahrenen BARF-Berater oder dem Tierarzt.

Tipp aus der Praxis: Am besten verschiedene Öle abwechselnd verwenden, um eine breite Versorgung mit unterschiedlichen Fettsäureprofilen sicherzustellen. So bekommt dein Hund das Beste aus allen Welten.

Fette in der Trockenbarf-Ernährung: Was du beachten musst

Bei gefriergetrocknetem BARF – wie wir ihn bei Nordic Barf anbieten – bleibt der natürliche Nährstoffgehalt der Rohzutaten weitgehend erhalten. Das bedeutet: Das Fleisch bringt bereits einen gewissen Fettanteil mit. Dieser variiert je nach Fleischsorte erheblich.

Magere Produkte wie Hühnerfleisch, Kaninchenfleisch oder Pferdefleisch haben einen geringeren Fettgehalt und machen eine zusätzliche Ölergänzung besonders wichtig. Fettreichere Produkte wie Lammfleisch oder Rindfleisch liefern bereits mehr Fett, wobei hier vor allem das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis beachtet werden muss.

Wer seinen Hund regelmäßig mit Fischprodukten wie Lachsfilet, Sprotten oder Nordseekrabben füttert, profitiert bereits von einer natürlichen Omega-3-Zufuhr – eine zusätzliche Öl-Supplementierung kann in diesen Fällen reduziert werden, ist aber selten ganz überflüssig.

Lagerung von Ölen: So bleiben sie frisch und wirksam

Hochwertige Öle sind empfindlich. Hitze, Licht und Sauerstoff können dazu führen, dass Fettsäuren oxidieren und das Öl ranzig wird. Ranzige Öle sind nicht nur unschmackhaft, sondern können dem Körper sogar schaden – sie enthalten freie Radikale, die Zellen schädigen.

Deshalb gilt:

  • Öle immer kühl und dunkel lagern
  • Flasche nach Gebrauch gut verschließen
  • Nach dem Öffnen zügig verbrauchen (je nach Öl innerhalb von 4–8 Wochen)
  • Niemals in der Sonne oder neben dem Herd aufbewahren

Fazit: Öle und Fette sind ein unverzichtbarer Teil des BARF-Plans

Eine artgerechte, gesunde Ernährung für Hunde kommt nicht ohne Öle und Fette aus. Sie gleichen das natürliche Defizit an Omega-3-Fettsäuren in der modernen Fleischversorgung aus, liefern essenzielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst produzieren kann, und ermöglichen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Kurz gesagt: Ohne Fette kann dein Hund nicht gesund sein – egal wie hochwertig das Fleisch ist.

Bei Nordic Barf setzen wir auf Qualität von Anfang bis Ende. Unsere gefriergetrockneten Produkte bieten die perfekte Basis – ergänzt durch die richtigen Öle entsteht daraus ein wirklich vollwertiger, artgerechter Ernährungsplan. Starte mit einem hochwertigen Lachsöl, beobachte deinen Hund genau und passe die Ergänzung individuell an. Dein Hund wird es dir mit glänzendem Fell, strahlenden Augen und voller Energie danken.

Im Artikel erwähnte Produkte

Die passenden Trockenbarf-Sorten zu diesem Beitrag.

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